mit Klosteinen Anglern den Tag verderben
Mit einem einfachen aber besonders fiesen Trick, haben wir es zwei Anglern so richtig gezeigt. Sie haben keinen einzigen Fisch gefangen.
Wenn sich Angler streiten: Lockfutter mit Klosteinen
Vor ungefähr drei Jahren bin ich zusammen mit einem Angelkollegen nach Frankreich gefahren, um dort beim Karpfenangeln ein schönes, verlängertes Wochenende zu verbringen. Den Namen des Gewässers möchte ich an dieser Stelle nicht nennen - ich kann nur so viel sagen, dass es sich um einen der zahlreichen Seen im Elsass handelt.
Da wir schon mehrfach an diesem Gewässer geangelt haben, wussten wir schon vor der Ankunft, so unser Angelplatz sein sollte. Allerdings erreichten wir unseren Angelplatz nahezu zeitgleich mit zwei Franzosen. Wir waren vielleicht fünf Minuten früher am Gewässer, aber haben uns nicht gleich den Platz reserviert. Natürlich wollten die beiden genau an der Stelle angeln, die wir auch wir uns ausgesucht hatten. Fast wäre ein gewaltiger Streit ausgebrochen, wenn ich dann nicht zu meinem Kumpel gesagt hätte, dass wir uns einen anderen Platz suchen.
Wir haben uns dann einen ähnlich guten Platz gesucht, der ungefähr 500 bis 600 Meter von unserem Lieblingsangelplatz entfernt lag. Darüber konnten wir uns allerdings nicht wirklich freuen, da wir auf die beiden Franzosen stinksauer waren. Anstatt uns auf das Angeln zu konzentrieren, haben wir uns nur über die anderen Angler geärgert und darüber nachgedacht, wie wir es den beiden heimzahlen können. Dann erinnerte ich mich an einen Artikel aus dem Blinker, indem scherzhaft beschrieben wurde, wie man anderen Anglern den Fang verderben kann. In diesem Artikel schrieb Siggi, wie er nachts an einem Fangplatz Klosteine versenkt hat, um es den dort fischenden Anglern heimzuzahlen.
Mein Kumpel war von der Idee begeistert und ist in den nächsten Tante Emma-Laden gefahren und hat ein 3er Set Klosteine (die gelben mit Citrusduft) gekauft. Allerdings wollten wir nicht warten bis es dunkel wird, sondern unsere Rache sofort vollziehen. Dafür haben wir einen alten Pack Lockfutter geopfert, den wir sowieso nie benutzt hätten. Im Futtereimer haben wir eine schöne Mischung angerührt und anschließend fünf Futterkugeln geformt, von denen drei die Klosteine enthielten.
Anschließend sind wir wagemutig losgezogen und haben den beiden Kollegen erzählt, dass wir uns entschuldigen möchten und ihnen der Angelplatz zusteht, da sie zuerst da waren. Außerdem würden wir ihnen gern das frisch angerührte Lockfutter schenken wollen. Dann waren wir einfach so dreist und haben die drei präparierten Futterkugeln vor ihren Augen ins Wasser geworfen. Da ist der eine fast ausgeflippt, weil wir die Futterkugeln natürlich nicht dort hingeworfen haben, wo sich ihre Köder befanden. Das ist halt Pech, dann müssen sie ihre Angeln halt erneut auswerfen. Der andere hat ihn dann beruhigt und sich für die Futtermischung bedankt.
Als wir zurück an unserem Platz waren, haben wir uns fast totgelacht. Wir hatten zwar keine Ahnung, ob die Steine eine Wirkung entfalten und inwiefern sie für das Gewässer schädlich sind, aber lustig war die Aktion allemal. Auf jeden Fall scheint der Plan funktioniert zu haben, denn die Kollegen haben an diesem sowie am folgenden Tag nicht einen Fisch an Land gezogen. Der Citrusduft scheint die Fische wohl vertrieben zu haben - kein Wunder also, dass wir umso mehr Bisse hatten und uns sogar zwei richtig große Karpfen an die Haken gegangen sind.
Abschließend noch ein Hinweis: Jungs, macht das nicht nach - es ist total schwachsinnig, solch giftige Chemikalien in ein Angelgewässer zu werfen! Heute würde ich das nicht mehr machen.
Ein Angelbericht von Alfonso Ibanez